Warum hat uns Christus das Bußsakrament geschenkt?

Die Liebe Christi zeigt sich darin, dass er die Verlorenen sucht und die Kranken heilt.

Deshalb sind uns die Sakramente der Heilung und Wiederherstellung geschenkt, in denen wir von der Sünde befreit und in leiblichen und seelischen Schwäche gestärkt werden.

Das Bußsakrament wird auch Sakrament der Versöhnung, der Vergebung, der Umkehr oder Beichte genannt.

Wer hat das Bußsakrament begründet?

Jesus selbst begründet das Bußsakrament, als er sich am Ostertag seinen Aposteln zwigt und sie auffordert: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20, 22b-23)

Wer kann Sünden vergeben?

Allein Gott kann Sünden vergeben. „Deine Sünden sind dir vergeben (MK2,5) konnte Jesus nur sagen, weil er der Sohn Gottes ist. Und nur, weil Jesus sie bevollmächtigt hat, können Priester an Jesu Stelle Sünden vergeben.

Was macht den Menschen bereit zur Reue?

Aus der Einsicht in die persönliche Schuld entsteht die Sehnsucht, sich zu besseren; das nennt man Reue. Zu ihr gelangen wir, wenn wir den Widerspruch zwischen der Liebe Gottes und unserer Sünde sehen. Dann sind wir voller Schmerzen über unsere Sünden; wir nehmen uns vor, unser Leben zu ändern, und setzen unsere ganze Hoffnung auf die Hilfe Gottes.

Was ist Buße?

Was muss ich in eine Beichte einbringen?

Welche Sünden muss man überhaupt beichten?

Buße ist Wiedergutmachung für ein begangenes Unrecht. Buße darf nicht alleine im Kopf geschehen, sondern muss sich äußern in Taten der Liebe und im Engagement für andere. Auch indem man betet, fastet und Arme seelisch und materiell unterstützt, tut man Buße.

Voraussetzung für die Vergebung von Sünden ist der Mensch, der sich bekehrt, und der Priester, der ihm im Namen Gottes die Lossprechung von seinen Sünden erteilt.

Zu jeder Beichte gehören die Gewissenserforschung, die Reue, der Vorsatz, das Bekenntnis und die Buße.

Alle schweren Sünden, an die man sich in genauer Gewissensforschung erinnert und die man noch nicht gebeichtet hat, können unter normalen Umständen nur in der sakramentalen Einzelbeichte vergeben werden.

Wie oft soll man beichten?

Die Kirche legt den Gläubigen nahe, dies wenigstens einmal jährlich zu tun. Jedenfalls muss man vor dem Empfang der heiligen Kommunion beichten, sollte man eine schwere Sünde begangen haben.

Warum können nur Priester Sünden vergeben?

Kein Mensch kann Sünden vergeben, es sei denn, er hätte einen Auftrag von Gott dazu und die von ihm geschenkte Macht, dass die Vergebung, die er dem Beichtenden zuspricht, wirklich geschieht. Dazu ist in erster Linie der Bischof bestellt und dann seine Helfer, die geweihten Priester.

Darf ein Priester etwas weitererzählen, was ei in der Beichte erfahren hat?

Nein, unter keinen Umständen. Das Beichtgeheimnis gilt absolut. Jeder Priester wäre exkommuniziert, würde er anderen Menschen irgendetwas mitteilen, was er in der Beichte erfahren hat. Auch der Polizei darf der Priester weder etwas sagen noch andeuten.

Welche positiven Effekte hat eine Beichte?

Die Beichte versöhnt den Sünder mit Gott und der Kirche.

Dadurch sollte sich erfüllen, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Er hat unsere Leiden auf sich genommen und unsere Krankheiten getragen (Mt 8,17)

 

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Wenn ich mein Leben vor Gott zur Sprache bringe, wenn ich die Belastungen meines Lebens, meine Schulderfahrungen und Verfehlungen bei ihm abgeladen habe, tut es gut, durch den Priester die verbindliche Zusage Gottes zu hören: "Deine Sünden sind dir von Gott vergeben!"

Gedanken zum Sakrament der Buße von Pfarrer Gerald Gump.