In unserem kirchlichen Jahresrückblick wollen wir an einige wichtige Ereignisse in der Weltkirche, in Österreich und in unserer Pfarre erinnern. Wir wollen uns bewusst sein, dass wir ein Teil der weltumspannenden katholischen Kirche sind.

 

In Österreich leben zum Jahreswechsel 5,16 Millionen Katholiken; d.h. 50.000 weniger als im Jahr zuvor. – Weltweit steigt die Anzahl der Christen um 12,5 Millionen auf 1,285 Millliarden.

Noch etwas Statistisches: 72.397 Schüler und Schülerinnen besuchen katholische Privatschulen.

Die Firmung werden in diesem Jahr rund 46.000 Jugendliche in Österreich empfangen.

 

An der Sternsingeraktion Anfang Jänner beteiligen sich in ganz Österreich 85.000 Kinder und ihre Begleiter, auch aus unserer Pfarre. Sie sammeln 17,1 Millionen Euro für rund 500 Hilfsprojekte auf der ganzen Welt. Wir haben in Emmaus 1.598,80  Euro dazu beigesteuert.

 

Am 20.1. eröffnet die evangelische Kirche das Reformations-Jubiläumsjahr, nachdem Martin Luther vor 500 Jahren die Kirche reformieren wollte. Zu diesem Anlass veröffentlichen erstmals katholische Bischöfe und evangelische Superintendenten gemeinsame Hirtenworte in mehreren österreichischen Diözesen. Viele konfessionsverbindende Veranstaltungen finden dann in diesem Jahr auf der ganzen Welt statt; auch ein Friedensfest am Rathausplatz am 30. September.

 

Ein erster „Weltgebetstag gegen Menschenhandel“ findet am 8. Februar statt.

 

Eine Studie im Auftrag der Erzdiözese Wien wird am 17.2. präsentiert. Sie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass nicht die Größe einer Pfarre, sondern das „Klima vor Ort“ – besonders Wertschätzung und gelingende Zusammenarbeit – für die Gesundheit, Zufriedenheit und Belastbarkeit von Seelsorgern entscheidend ist.

 

Am 7.3. wird bekanntgegeben, dass heuer zu Ostern 633 Erwachsene das Sakrament der Taufe empfangen. Das sind 50% mehr als im Jahr zuvor. Der Hintergrund dafür ist, dass Flüchtlinge und Migranten vor allem durch die Begegnung mit glaubwürdigen Christen den christlichen Glauben kennenlernen und danach leben wollen.

 

28.000 Personen in 3000 Pfarren werden am 19.3.  in den Pfarrgemeinderat gewählt.

 

Die Initiative von Papst Franziskus „24 Stunden für den Herrn“ wird am 24. März auch in Österreich an zahlreichen Orten aufgegriffen.

 

Am 25. März nimmt eine Million Menschen an einem Gottesdienst mit Papst Franziskus in Monza teil.

 

An einer Friedenskonferenz der sunnitischen Al-Azhar-Hochschule nimmt auch Papst Franziskus am 28./29. April teil. Gemeinsam möchte man sich für Frieden und gegen jeden religiösen Extremismus engagieren. Der Dialog der Hochschule mit dem Vatikan wird nach jahrelanger Unterbrechung wieder aufgenommen.

 

Mit 30.4. zieht wieder ein Eremit, ein 58-jähriger Belgier, in die Einsiedelei am Palfen bei Saalfelden. Davor gab es eine weltweite Ausschreibung.

 

1. Juni - Rund um den "Tag des Lebens" finden in mehreren österreichischen Diözesen die "Wochen für das Leben" als Zeichen einer lebensbejahenden Gemeinschaft statt. Zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen stellen den Schutz des Lebens und die Freude am Leben ins Zentrum.

 

9. Juni - Rund 650 Kirchen in ganz Österreich beteiligen sich an der 13. "Langen Nacht der Kirchen". Dabei können die Besucher zwischen 2.686 Programmpunkten wählen. Etwa 350.000 Besucher machen von diesem Angebot Gebrauch.

 

12. Juni - Laut einer vom US-amerikanischen "Pew Research Center" veröffentlichten Studie muss keine andere Religion weltweit so viele Repressalien erdulden wie das Christentum. In insgesamt 128 Ländern wurden christliche Gemeinschaften durch Regierungen oder soziale Gruppen diskriminiert oder verfolgt.

 

14. Juni - Mit einer Erklärung "gegen Extremismus und Terror" setzen mehr als 300 Imame der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich ein Zeichen des Friedens und des guten Willens im Blick auf das gesellschaftliche Miteinander in Österreich.

Später (am 15.9.) wird ein Signal für friedliches Zusammenleben und Respekt von Christen und Muslimen mit einer gemeinsamen Menschenkette zwischen der größten Moschee Österreichs und der katholischen Pfarre Bruckhaufen in Floridsdorf gesetzt.

 

29.6. Insgesamt werden 2017 in Österreich 19 Männer, die wesentliche Teile ihrer Priesterausbildung hierzulande absolviert haben, zu katholischen Priestern geweiht. Die Neupriester sind zwischen 29 und 63 Jahre alt. Elf kommen aus Orden und ordens-ähnlichen Gemeinschaften, acht sind Diözesanpriester.

 

Am 9.7 wir Hansjörg Hofer zum Weihbischof der Erzdiözese Salzburg geweiht.

 

 

Begegnungen und große Treffen finden mehrere statt:

z.B. das diesjährige "Fest der Jugend" der Loretto-Gemeinschaft, zu dem sich am Pfingst-wochenende mehr als 7.000 Jugendliche aus 25 Ländern in Salzburg versammeln;

das internationale Sommercamp  des Malteserordens für Jugendliche mit Behinderung, an dem mehr als 500 junge Menschen aus 28 Ländern teilnehmen;

tausende Gläubige treffen sich am 8./9.9. im Stephansdom zur Maria Namen Feier;

und am 24.10. zum Medjugorje-Friedensgebet.

 

21. August - Nach 18-jähriger Pause reist erstmals wieder ein vatikanischer Kardinalstaatssekretär nach Moskau: Pietro Parolin wird bei seinem dreitägigen Besuch u.a. vom russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill und Staatspräsident Wladimir Putin empfangen.

 

27. August - Historischer Moment für den Zisterzienserorden in Österreich und Deutschland: Vier Mönche aus dem Wienerwald-Stift Heiligenkreuz beginnen auf Einladung des Görlitzer Bischofs mit der Wiederbesiedelung der vor 200 Jahren verstaatlichten Klosteranlage Neuzelle unweit von Frankfurt/Oder in Ostdeutschland.

 

1.9. Mit neuen Ernennungen steht nun in fünf österreichischen Diözesen (Wien, Salzburg, Linz, Gurk-Klagenfurt, Innsbruck) eine Frau an der Spitze des Pastoralamtes.

 

Von 6.-11. September besucht Papst Franziskus Kolumbien und ruft zur Versöhnung in diesem von jahrzehntelangem Bürgerkrieg erschütterten Land auf. Franziskus selbst war beim Friedensprozess engagiert.

 

Wenn Texte für Gottesdienste und Gebete aus dem Lateinischen neu übersetzt werden, sollen Bischofskonferenzen dabei künftig mehr Einfluss haben: Das ordnet Papst Franziskus mit dem Dekret "Magnum principium" (per 9.9.) an und ändert damit einen entsprechenden Kanon des Kirchenrechts.

 

24. September - Die Kirche macht am "Sonntag der Völker" auf die Vielfalt der Nationen in der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft aufmerksam. Dazu finden in den Diözesen Österreichs besonders gestaltete Gottesdienste statt, bei denen die Gläubigen der anderssprachigen katholischen Gemeinden im Zentrum stehen.

 

1. Oktober - Das Universitätsgebäude Schenkenstraße der Universität Wien wird mit Beginn des neuen Studienjahrs zu einem interreligiös-akademischen Hotspot: Neben der Katholisch- und der Evangelisch-Theologischen Fakultät sowie der Möglichkeit, orthodoxe Religionspädagogik zu studieren, nimmt das Institut für Islamisch-theologische Studien in dem Haus seine Tätigkeit auf.

 

1. Oktober - Papst Franziskus isst während eines Pastoralbesuchs in der Erzdiözese Bologna in der Basilika San Petronio mit Armen, Senioren, Arbeitslosen, Gefangenen, Behinderten und Flüchtlingen zu Mittag. Das besondere Zeichen des Papstes für die Sorge um die Armen, aber auch die Debatte darum, ob es ein Sakrileg ist, eine Kirche zu einem Speisesaal umzufunktionieren sorgt danach für Schlagzeilen.

 

5. Oktober - Laut einer vom Sozialministerium beauftragten Ifes-Studie engagieren sich von den 8,8 Millionen Einwohnern in Österreich 3,5 Millionen freiwillig und unbezahlt in Organisationen und Vereinen oder informell in der Nachbarschaftshilfe; etwa 440.000  tun dies im kirchlichen oder religiösen Bereich.

 

6. Oktober - Die traditionsreiche "Wiener Katholische Akademie" der Erzdiözese Wien erhält eine neue Gestalt und wird künftig als "Akademie am Dom" der Theologischen Kurse fortgeführt.

 

7. Oktober - In Wien wird rechtzeitig zur "Langen Nacht der Museen" das architektonisch und konzeptionell neu ausgerichtete "Dom Museum Wien" am Stephansplatz nach einer fünfjährigen Umbauzeit wiedereröffnet.

 

31. Oktober - Einen bewussten Kontrapunkt zu Halloween setzt die Katholische Jugend mit der "Nacht der 1000 Lichter". Österreichweit laden am Abend vor Allerheiligen Lichterwege zum Nachdenken, Meditieren und Beten ein.

 

14. November - Beim ersten offiziellen Besuch eines christlichen Kirchenführers in Saudi-Arabien seit Jahrzehnten trifft Maronitenpatriarch Kardinal Bechara Rai in Riad mit dem saudischen König Salman und Kronprinz Mohammed bin Salman zusammen.

 

16. November - "Die katholische Kirche lässt kaum jemanden kalt": Das betont der Soziologe Jörg Schneider bei der Präsentation einer von der Erzdiözese Salzburg in Auftrag gegebenen "Reputationsstudie der katholischen Kirche". Die Studienautoren attestieren der Kirche jedoch eine Profilschwäche. Sie sollte ihre Botschaft "mutiger nach außen tragen und sich stärker in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen", so die Schlussfolgerung.

 

19. November - Die katholische Kirche begeht weltweit den ersten "Welttag der Armen" unter dem Motto "Liebt nicht mit Worten, sondern mit Taten".

 

21. November - Die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Krems entwickelt sich zu einem "Haus der Religionen": Im Zuge einer neuen, europaweit einmaligen Kooperationsvereinbarung mit der Buddhistischen Religionsgesellschaft werden künftig auch buddhistische Religionslehrer ausgebildet. Erst kurz zuvor wurde mitgeteilt, dass Studierende nun neben Ausbildungen zum katholischen, evangelischen, altkatholischen und orthodoxen Volksschul-Religionslehrer auch jene zum freikirchlichen, muslimischen und jüdischen absolvieren können.

 

Von 27.11 – 2.12. besucht Papst Franziskus Myanmar und Bangladesh.

 

1. Dezember - Erstmals findet im Wiener Stephansdom ein Gedenkgottesdienst zum Welt-Aids-Tag statt. Zu dem Gottesdienst hatten die Erzdiözese Wien und der Verein "Life+" von Lifeball-Organisator Gery Keszler eingeladen.

 

Am 2. Dezember wird Hermann Glettler zum Bischof der Diözese Innsbruck geweiht.

 

3. Dezember - Die französischsprachigen Katholiken beten ab Adventbeginn den Vaterunser-Vers "Und führe uns nicht in Versuchung" in einer neuen Übersetzung. Statt "Ne nous soumets pas a la tentation" (dt.: "Unterwerfe uns nicht der Versuchung") heißt es nun "Ne nous laisse pas entrer dans la tentation" ("Lass uns nicht in Versuchung geraten"). Papst Franziskus würdigt diese Anpassung und löst damit auch im deutschen Sprachraum eine intensive Debatte aus.

 

 

 

Einige Themen haben uns das ganze Jahr beschäftigt:

Wichtig war in ganz Europa das Thema Flucht, Asyl, Integration; in Österreich wird dies konkreter mit den neu verpflichtenden Wertekursen.

Terror bedroht diese Welt weiterhin.

Ein weiteres Thema war das Verhältnis der Religionen zueinander, besonders im Blick auf den Islam. Das betrifft auch das Miteinander von Muslimen mit Christen und Gläubigen anderer Religionsgemeinschaften oder Atheisten in Österreich.

 

 

 

In der Pfarre Emmaus gibt es 2017 einiges Neues:

in der Kirche gibt es eine neue Mikrofonanlage;

und es wurden Fenster gemäß den Brandschutzvorschriften erneuert.

 

Ein schönes Fest war unser 25-jähriges Pfarrjubiläum am 25. April.

Mit der Jugend fand eine Schiwoche auf der Turracher Höhe und eine sehr schöne Sommer-Urlaubswoche in Kroatien statt.

 

Ansonsten gab es in unserem pfarrlichen Leben vor allem bewährte Ereignisse:

z.B. das wöchentlich für über 100 Bedürftige wichtige Projekt LeO;

ein Pfarrausflug am 24. Juni zum Heldenberg;

eine Fußwallfahrt nach Mariazell im Mai und nach Maria Lanzendorf am 2. September;

ein gelungener Pfarrball unter dem Motto „Black and White“;

ein Chorkonzert am 1.4. und manches mehr.

 

Als Pfarre Emmaus sind wir in unserem gemeinsamen Entwicklungsraum mit Inzersdorf-St. Nikolaus und Inzersdorf-Neustift einander nicht näher gekommen. Nur in den Informationsblättern wird gegenseitig auf Termine hingewiesen.

 

Die Pfarre: das sind die Menschen.

Wir wollen an jene Menschen aus unserer Pfarre denken, die besondere Sakramente empfangen haben:

Und wir wollen unsere Verstorbenen in unser Gedenken einschließen sowie jene, die ihnen in diesem Leben nahe gestanden sind.

 

Aber es geht nicht um Fakten und Zahlen, sondern um Gott, der uns, unsere Pfarre, unsere Kirche, unsere Welt begleitet, um letztlich alles zum Guten zu führen.

Er hat im Leben jedes Einzelnen von uns gewirkt – und wird dies auch im neuen Jahr liebevoll tun.

 

Walter Krieger

(27.12.2017)