In unserem kirchlichen Jahresrückblick wollen wir an einige wichtige Ereignisse in der Weltkirche, in Österreich und in unserer Pfarre erinnern.

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Zunächst ein paar allgemeine Informationen

Mit Stichtag 31.12.2018 gibt es in Österreich 5,05 Millionen Katholiken, das sind 60.000 weniger als im Jahr zuvor.
3258 Ordensfrauen und 1666 Ordensmänner in 195 Ordensgemeinschaften sowie insgesamt ca. 3800 Priester sind in Österreich tätig.
Die 374 katholischen Privatschulen weisen weiterhin steigende Schülerzahlen auf, nämlich 73878. 

Ein Thema bleibt der Umgang mit Missbrauch. Papst Franziskus verschärft die Regeln im Umgang für Missbrauchsfälle; ein Kinderschutzgipfel im Vatikan im März will dafür zusätzlich sensibilisieren. Ein verstärkter Opferschutz ist Thema der Sitzung der Österreichischen Bischofskonferenz. In Österreich wurden übrigens für die letzten 70 Jahre 2000 Fälle von Gewalt bzw. sexuellem Missbrauch in Einrichtungen der Katholischen Kirche gemeldet.
In diesem Zusammenhang erhält das Gespräch von Anfang Februar (es wird später im Fernsehen ausgestrahlt)  zwischen Kardinal Schönborn und Doris Wagner, die von ihren Missbrauchserfahrungen in einer katholischen Gemeinschaft berichtet, hohe Aufmerksamkeit.

Dem Klimaschutz wird immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Mehrmals ist dies Thema für Papst Franziskus. Zahlreiche Bischöfe und kirchliche Einrichtungen (in Österreich und weltweit) ebenso wie Vertreter anderer Religionen unterstützen die Fridays-for-Future-Bewegung. Zentral geht es darum bei der Amazonien-Synode. Die Österreichischen Diözesen, die schon bisher nur ethische Geldveranlagungen eingegangen sind, verkünden im März ihren Ausstieg auch aus Unternehmen, die fossile Brennstoffe fördern oder produzieren. 

Weltkirche

Der Weltjugendtag in Panama findet 21.- 27.1. statt. Bei der Abschlussmesse mit Papst Franziskus nehmen 300.000 Jugendliche teil, davon 200 aus Österreich.
Ein Papstschreiben an die Jugend erscheint am 25. März unter dem Titel Christus vivit = Christus lebt.

Die Bibel wurde in 18 weitere Sprachen übersetzt. Nun gibt es eine Komplettausgabe in insgesamt 692 Sprachen. Übrigens: Derzeit sind wir in einem – von der Österreichisch en Bischofskonferenz ausgerufenen – Jahr der Bibel. 

Trotz aller Schwierigkeiten von christlichen Minderheiten in manchen Regionen gibt es auch erfreuliche Nachrichten: 
-    Asia Bibi, die in Pakistan 7 Jahre im Gefängnis war wegen angeblicher Blasphemie wurde am 29. Jänner endgültig freigesprochen.
     Nachdem ihre Ausreise unter strengen Sicherheitsmaßnahmen geheim gehalten wurde, ist sie im Mai in Kanada angekommen.
-    Am 3. März findet in der vom IS befreiten Stadt Mossul im Irak wieder ein katholischer Gottesdienst statt.
     Daran haben auch Vertreter der Muslime, der Jesiden, der Shabaki-Gemeinschaft und der Zivilgesellschaft teilgenommen.
-    Aber: Über 4000 Christen wurden aufgrund ihrer Religionszughörigkeit ermordet.

Weltweite Betroffenheit hat der Brand in Notre Dame Paris – am 15. April – ausgelöst. Noch immer ist nicht klar, wann ein Wiederaufbau beginnen kann.

Dafür hat am 9. Juni die Sagrada Familia in Barcelona nachträglich, d.h. nach 137 Jahren, eine Baugenehmigung erhalten. Als Ziel wird übrigens eine Fertigstellung im Jahr 2027 anvisiert.

In der Türkei wird ab 3. August erstmals seit Gründung der Republik 1923 eine Kirche gebaut.

Folgende Reisen hat Papst Franziskus im vergangenen Jahr unternommen:
3.-5. Februar: Vereinigten Arabischen Emirate
30.-31. März: Marokko
5.-7. Mai: Bulgarien und Nordmazedonien
31. Mai bis 2. Juni: Rumänien
4.-10. September: Mosambik, Madagaskar, Mauritius
19.-26. November: Thailand und Japan

Die innerkirchlich viel beachtete Amazonien-Synode fand von 6. –26. Oktober statt. Zentrale Themen waren der Schutz des Amazonas Gebietes und seiner Bewohner sowie die Frage, wie Kirche hier sinnvoll, hilfreich, realistisch präsent sein kann.

Der Oktober war nach Wunsch von Papst Franziskus ein Außerordentlicher Monat der Weltmission.

Ökumene und Weltreligionen in Österreich

Neuer Bischof der Evangelischen Kirche ab wird am 4. Mai Michael Chalupka, der zuvor lange Jahre Direktor der Diakonie war. Seine Amtseinführung findet am 13. Oktober statt.
Ein größeres Problem für die Evangelische Kirche ist die Abschaffung des Karfreitag als (bezahlten) Feiertag – eine Folge einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes und dessen Umsetzung durch die Regierung. Man kann nur mehr einen persönlichen Urlaubstag nehmen.

Für die Armenisch-Apostolische Kirche wird Wien am 19. Mai wieder Bischofsitz: Der Partriarchaldelegat Tiran Petrosyan wird von hier aus zuständig für Mitteleuropa und Skandinavien.
Am 3. Juni gibt es auch einen neuen Bischof der Russisch-orthodoxen Kirche in Österreich. Metropolit Ioann (Roschin) wird dabei zuständig für die Diözesen Wien und Budapest.

Das gute Miteinander der Religionen in Österreich zeigt sich beim Gebetsfrühstück im Parlament am 28.5., das auf Einladung von Nationalratspräsident Sobotka stattfindet, bei einem Empfang am 11. September sowie beim Adventempfang im Bundeskanzleramt am 19. Dezember.

Eine interreligiöse Plattform mit Vertretern verschiedener Kirchen, des Islam, des Judentums und des Buddhismus wird in Wien am 2. Dezember gegründet. Man will sich auch als NGO in der UNO einbringen und die Rolle der Religionen zur Geltung bringen.

Katholische Kirche in Österreich

Anfang Jänner sind 85000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Rahmen der Dreikönigsaktion unterwegs. Sie sammeln für 500 Projekte auf der ganzen Welt ca. 17,6 Millionen Euro. Auch unsere Pfarre hat dazu beigetragen mit € 2.165,-.

Unser neuer Nuntius ist seit 4. März Pedro Lopez Quintana, ein gebürtiger Spanier.

Die Lange Nacht der Kirchen wurde am 24. Mai von 360.000 Personen bei 8.000 Veranstaltungen an 800 Orten besucht.

Die mitunter zynische Asylpolitik in Österreich und manche de facto rechtwidrige politisch motivierte Anordnungen werden von kirchlicher Seite – von Bischöfen, von der Caritas, von der Katholischen Aktion und anderen Einrichtungen – mehrfach kritisiert.

In der Diözese Gurk-Klagenfurt wird am 3. Dezember nach einigen Turbulenzen in den letzten Jahren schließlich Josef Marketz zum neuer Diözesanbischof ernannt. 

Die Diözesen sind vielfach mit Strukturreformen beschäftigt. Es geht darum, mit weniger Priestern, weniger hauptamtlichen Laien, weniger finanziellen Ressourcen das zukünftige Leben der Kirche so gut wie möglich zu sichern. As ist manchmal schmerzhaft, weil Gewohntes und Bewährtes nichtmehr so weitergeführt werden kann wie bisher.
Auch unsere Pfarre wird betroffen sein. Offiziell sind wir ja in einem Entwicklungsraum gemeinsam mit Inzersdorf –St. Nikolaus und Inzersdorf – Neustift, aber das hatte bisher kaum merkbare Auswirkungen. Vermutlich wird es aber doch einmal größere Veränderungen geben.

Pfarre Emmaus

Und damit kommen wir nach Emmaus am Wienerberg, wo unser gepflegtes pfarrliches Leben gut weitergegangen ist.
-    Es gab am 26. Jänner einen Kinderfasching mit 75 Kindern.
-    Der Pfarrball am 23. Februar stand unter dem Motto „Back to the 80ies“
-    Kardinal Schönborn hat die Visitation des Dekanats Liesing, zu dem wir ja gehören,
     mit einem gemeinsamen Kreuzweg aller Pfarren des Dekanats am 9. März in unserer Pfarre begonnen.  
-    Das Sommerfest fand am 28. Juni statt.
-    Fußwallfahrten führten im Mai nach Mariazell und am 7. September nach Maria Lanzendorf.
-    15 Kinder haben am 5. Mai die Erstkommunion empfangen
-    Im Herbst konnten wir Gil Vicente Thomas als Deutsch-lernenden Kaplan begrüßen.
-    Am 15. September spendet P. Karl Wallner 13 Jugendlichen das Sakrament der Firmung,
-    Schon zuvor spendet unser Pfarrer auch zwei Erwachsenen das Sakrament der Firmung.
-    Getauft wurden:  7 Kinder und 1 Erwachsene.
-    8 Personen sind wieder in die Kirche eingetreten.
-    11 Personen mit Kontakt zu unserer Pfarre sind verstorben.

Aber es geht nicht um Fakten und Zahlen, sondern um Gott, der uns, unsere Pfarre, unsere Kirche, unsere Welt begleitet, um letztlich alles zum Guten zu führen.
Er hat im Leben jedes Einzelnen von uns gewirkt – und wird dies auch im neuen Jahr verlässlich und liebevoll tun.

Walter Krieger