Heilige Barbara

 

 

Geh in den Garten

Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:

Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehn:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, ein Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir:

Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der heiligen Nacht.

Josef Guggenmoos

 

Eines Tages soll Barbara, deren Gedenktag der 4. Dezember ist, ihre Eltern gefragt haben, ob die Götter Menschen gewesen seien und warum man diese Götter und nicht eine unsterbliche Gottheit anbete. Sie richtete in einem Brief ihre Fragen an den damals wichtigsten Gelehrten von Alexandria, an den christlichen Theologen Origenes, der ihr durch den Priester Valentinus eine Antwort schickte. Valentinus belehrte und taufte sie.

 

Eifersüchtiger Vater, starke Tochter

Anderen Fassungen der Legende erzählen von Barbaras Vater, dem reichen, heidnischen Dioskuros von Nikomedia, dem heutigen Izmit in der Türkei. Der Vater hat seine bildschöne, junge Tochter aus Eifersucht in einen Turm eingeschlossen, um sie am Heiraten zu hindern. Während der Vater auf Reisen war, ließ Barbara sich taufen. Johannes der Täufer sei ihr persönlich erschienen und habe sie getauft, besagt die Legende. Der erboste Vater lieferte Barbara dem römischen Statthalter Marcianus aus, der sie geißeln ließ, sie aber nicht zur Entsagung ihres Glaubens zu bewegen.  

Ihre Geißeln nannte Barbara "Pfauenfedern", nachts erschien ihr Christus im Gefängnis und heilte ihre Wunden. Der erbitterte Statthalter ließ Barbara mit Keulen schlagen, ihr die Brüste abschneiden und vor Gericht stellen. Barbara wurde dazu verurteilt, sich nackt auf dem Marktplatz zu zeigen. Auf ihr Gebet hin haben Wolken und Nebel sie bedeckt. Daraufhin sollte sie enthauptet werden. Die Legende besagt, dass der rachsüchtige Vater selbst das Urteil vollstreckt habe. Gleich darauf traf ihn ein Blitzschlag- das war der Legende nach am 4. Dezember 306 gewesen sein.

Barbara, die Schutzhelferin bei Sturm und Unwetter

Schon früh gab es im Osten des römischen Reiches die Verehrung der heiligen Barbara. Das älteste Zeugnis im Westen ist ein Pfeilerfresko um 700 in der Kirche S. Maria Antiqua in Rom. In Tirol taucht Barbara als Heilige der im Bergbau Arbeitenden seit dem frühen 14. Jahrhundert auf. Wegen des Blitzschlags, der ihren Vater traf, werden bei Stürmen Gebeten an sie gerichtet. Als eine der 14 Nothelfer wird Barbara besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen, ihr Gebet um Sündenvergebung für alle Christen sei ihr durch eine Stimme vom Himmel bestätigt worden.

Erzdiözese Wien 2013