Geschätzte Gemeinde! Wir, die Jugend Emmaus, haben unseren Pfarrer Zvonko aus dem kirchlichen Alltag entführt und uns nach Kroatien, Sukošan, auf Sommerfrische begeben. Wir möchten Euch/Ihnen darüber berichten; vielleicht spenden die sonnigen Worte auch ein wenig Entspannung.

Samstag

Die Zagreber Musikbrigade stampfte gerade die Seitengasse hinunter als wir genüßlich an unserem Risotto, unserer Pizza und an unserem Thunfischsalat aßen. Unsere Köstlichkeiten hatten wir uns redlich verdient; sechs Stunden im Auto nach Zagreb, der kroatischen Hauptstadt, und ein kurze Tour durch die Stadt, geführt von unserem Pfarrer Zvonko höchstpersönlich. Gestärkt durch die landsmännische und internationale Kost rollte unser Konvoi weiter nach Richtung Sukosân. Die von Zvonko versprochenen 1,5 Stunden mussten wir nach 3,5 Stunden Fahrt leider als Traumvorstellung abstempeln. Ein gähnendes Pack an schläfrigen Österreichern schleppte sich mit letzter Kraft in die Residenz der Familie Brezovski (Zvonkos Bruder Alfred hatte uns zu sich eingeladen). Überwältigt von den modernen und wunderschönen Räumlichkeiten hat uns der selbstgemachte Käse, Speck und der selbstgebrannte Schnaps von Alfred in ein neues High getrieben. Den Sonnenuntergang genoßen wir auf dem 8m Boot der Familie und so mancher wagte den Kopfsprung vom Dach der Kajüte. Vom Salzwasser der Adria benetzt legten wir im Heimathafen an und fielen mit einem breiten Lächeln auf den Lippen ins Bett.

Sonntag

Die drückende Hitze am Morgen erinnert an unseren momentanen Aufenthaltsort. Der Schritt auf die große Terrasse und der Blick auf Sonne, Palmen und Meer festigten unsere Annahme. Das gemeinsame Frühstück inmitten unserer Freunde und die gemütliche Stimmung lassen auf einen erholsamen Tag schließen.  Der Ruf des Meeres lockte uns in Richtung Strand und auf Einhorns holdem Rücken ritten wir durch die Wellen (Max hatte ein aufblasbares Einhorn mitgebracht). Nach entspannten Stunden am Strand lud der Hausherr Alfred (Zvonkos Bruder) zum gemeinsamen Mittagessen, wo uns kroatische Köstlichkeiten aufgetischt wurden. Unsere Veganerin Steffi musste sich so manchem Fleischangebot widersetzen, woraufhin der bodenständige Alfred lachend den Raum verließ. Da unsere Müdigkeit uns den Besuch des 10 Uhr Gottesdienstes unmöglich gemacht hat, kamen wir in den Genuss einer ganz besonderen Abendmesse. Im Wohnzimmer unseres Apartments errichtete Zvonko mithilfe seines mobilen Messe-Sets einen provisorischen Altar und schon bald erklangen die Glocken aus dem Lautsprecher unseres Mobiltelefons. Was folgte war ein wunderschöner Gottesdienst. Im Glauben bestärkt, fühlten wir uns verpflichtet, die Qualität von Alfreds Lokal zu überprüfen. Nach ausführlicher Kontrolle können wir das "Azzuro" weiterempfehlen und schlossen damit den ersten Tag unserer Kroatienreise ab.

Montag

Motiviert die Stadt zu erkunden schlüpften wir aus unseren Betten. Am Tagesprogramm stand die Erkundung der Insel Pag etwa 50 Minuten von unserem Quartier entfernt. Die Landmasse, auf der es mehr Ziegen als Menschen gibt, ist berühmt für ihren exzellenten Käse und die karge Landschaft, die im Kontrast zum tiefblauen Meer ein herrliches Bild liefert. Nach Besichtigung der eindrucksvollen Pager Brücke visierten wir einen kleinen Sandstrand in der Mitte der Insel an, bei dem wir die kroatischen Sonne von einer noch heißeren Seite kennen lernten. Der wenige Schatten forcierte zahlreiche Meerbesuche, wie man von unserer verschrumpelten Haut ablesen konnte. Noch eine kleine Erfrischung mit dem Nationalgetränk Cockta und schon ging es in unser Quartier, bei dem wir den schönen Tag mit einem Spieleabend ausklingen ließen.

Dienstag

Geschwind wie Schildkröten im Winterschlaf waren wir am Dienstag einsatzbereit. Bei dem Frühstück konnten wir unser Sortiment um Rohschinken, Grand Padano und Gurken erweitern. Kulinarisch verzaubert ließen wir uns ein bisschen Zeit und genoßen die kroatischen Vibes, die sich vor allem durch Hitze ausdrückten, die sich langsam aber doch durch die Verandatür hereinschlich. Knapp vor dem Hitzetod flüchteten wir Richtung Meer und veranstalteten auf dem aufblasbaren Einhorn und einem Paddling-Boat diverse Wettbewerbe. Als Maximalanzahl für Leute auf einem Paddling-Boat hat sich fünf als absolute Grenze erwiesen. Ein leichtes, kalorienarmes Mittagessen später machten wir uns auf den Weg in die nächste, größere Stadt Zadar. Da Zvonko hier das Gymnasium besucht hat, bekamen wir exklusive Einblicke in das Stadtleben und eine Ausstellung mit dem Titel "Gold und Silber von Zadar" rundete den Besuch ideal ab. Nicht entgehen lassen konnten wir uns den malerischen Sonnenuntergang, der nach dem japanischen einer der schönsten der Welt sein soll. Am Weg zurück hüpften wir noch in ein Lokal und ließen uns, wie schon die ganze Woche, verwöhnen.

Mittwoch

Nach einer schweißtreibenden Nacht, die mit der ein oder anderen schlaftrunkenen Wanderung auf die Terrasse endete, klingelte der Wecker zu früher Stunde, um unseren Bootstrip einzuläuten. Voller Tatendrang traten wir um 8:00 Uhr die Reise an (für StudentInnen eine echte Herausforderung) und wir machten uns auf den Weg zu dem berühmten Kornati/Salzsee auf Dugi Otok. Bei einem Badestopp konnten wir Alex Premiere beiwohnen. Dieser hatte uns erzählt, dass er noch niemals in ein Gewässer seine Notdurft verrichtet hat. Unter Beifall kam er zurück an Bord und wir legten fest, beim späteren Mittagessen darauf anzustoßen. Zusätzlich zu diesem einzigartigen Erlebnis entdeckten wir beiläufig ein Schiffswrack in vier Meter Tiefe. Als wir Dugi Otok erreichten, kamen wir in den Genuss, regionale Spezialitäten zu probieren. Ein lokaler Wirt servierte uns frisch gefangenen Fisch, zu dem er uns selbsthergestellten Rotwein kredenzte. Ein Traum! Zvonkos Filitiereinschulung bewahrte uns dabei vor jeglichen Gräten und wir konnten das Essen in vollen Zügen genießen. Über sieben Ecken hat unser Herr Pfarrer eine Fahrgelegenheit für unsere achtköpfige Truppe organisiert, bei der unser Kuschelbedürfnis zur Genüge befriedigt wurde. Die verbleibenden zwei Kilometer Marsch haben wir in Vorfreude auf den Salzsee gut überstanden und kaum angekommen stürzten wir uns in das mineralhaltige Gewässer. Nachdem wir die angeblichen Heilkräfte des Sees gespürt haben, spazierten wir entspannt zurück. Das Boot wartete bereits in der Marina und wir konnten die Fahrt heimwärts aufnehmen. Bei einem verklärten Sonnenuntergang glitten wir Richtung Sukosan und beobachteten verträumt den Mond anstatt der vorgegebenen Fahrtrinne. Hundert Meter vor Sukosan kam es beinahe zu einem Crash, bei dem es zu einem erbitterten Kampf zwischen einer Plastikstange und dem Metallrumpf unseres Bootes gekommen wäre, hätte Zvonko nicht in einem dramatischen Manöver das Steuerrad verrissen und die Bootsinsassen vor einer blutrünstigen Auseinandersetzung gerettet. Nach dieser Nahtoderfahrung mussten wir therapeutischen Beistand suchen und rundeten den Abend daher mit Bier und Wein ab.

Donnerstag

Der Wochentag lässt einen langsamen Ausklang der Reise erahnen. Auf den Must-Dos stand noch der Krka Nationalpark, der seine Berühmtheit durch eine Vielzahl an eindrucksvollen Wasserfällen erlangt hat. Mitten im See des Parks liegt außerdem eine 1ha große Insel, auf der acht Mönche ihr Unwesen treiben. Durch ein paar vernachlässigbare Absprachefehler, fanden wir uns in der Mittagshitze um 13:00 Uhr am Eingang des Nationalparks wieder. Die LED-Schrift zeigte eine Temperatur von 46°C an. Vier Kilometer Wanderung unter der kroatischen Sonne legten wir zurück, selbstverständlich unter der Begleitung eines konstanten Schweißflusses entlang unserer Gesichter. Belohnung war der Anblick des größten Wasserfalls im Nationalpark. Bei der folgenden Bademöglichkeit hatte man mehr das Gefühl in einer Menschenmasse aus hyperthermen, schweiß-triefenden Touristen zu baden als in dem eigentlich erfrischenden Süßwasser. Mit leichten Verkohlungen an unserer Haut beschlossen wir noch eine Schiffstour zu der Insel zu unternehmen. Anstelle eines vollgepackten Ausflugsdampfers wurden wir in ein kleines aber feines Boot gebeten. Im Nu hatte sich Zvonko mit den anderen vier Ausflüglern und dem Kapitän angefreundet und in der traumhaften Fahrt durch die fast unberührte Natur fanden wir wieder ein Hoch. Auf der wortwörtlich überschaubaren Insel bestaunten wir das Kloster mitsamt der wunderschönen Anlage. Am Rückweg konnten wir dank der angefreundeten Reisebegleitung noch kleine Umwege zu kaum besuchten Badeorten unternehmen. Dabei warf sich unserer Pfarrer -nach einer Vorlage von Manuel- aus zirka drei Meter Höhe elegant mit einem Kopfsprung ins Wasser. Frohen Sinns wanderten wir zurück und fuhren bei Mondschein nach Hause.

Freitag

Gegen 10:00 Uhr wachen wir auf. Die Füße schmerzen nur bei dem Gedanken an den vergangenen Tag und der Fluchtinstinkt zieht aus Angst vor körperlicher Bewegung die Decke wieder über den Kopf. Wir verharren in dieser Position eine Zeit lang. Die Tapfersten und Stärksten aus unserer Gruppe raffen sich auf und bereiten das Frühstück. Kaum wandern die Augen ein zweites Mal auf die Uhr, läutet diese auch schon die Mittagszeit ein. "Siesta" denken sich alle und landen mit einem Satz wieder im Bett. Jetzt wird geplaudert, es werden Bücher gelesen und Kreuzworträtsel ausgefüllt. Ich möchte zwar nicht mit der Stärke und dem Durchhaltevermögen unserer Gruppe prahlen, aber es gab noch Freiwillige als zum Zusammenstellen eines Versorgungstrupps aufgerufen wurde. Mit Kapperl und Sonnenbrillen ausgerüstet werden Hilfsgüter wie Nahrungsmittel und Blasenpflaster in den Unterschlupf gebracht. Spätnachmittags unternimmt eine kleine Gruppe noch einen kurz gehaltenen Schwimmausflug zum Meer und dann steht auch schon das Abendessen auf dem Programm. Würstel, Halumi und Kukuruz werden gegrillt und verspeist. Noch schnell Zähne putzen und ins Bett; schließlich steht die Heimreise am frühen Morgen bevor.