Neulich fand ich in unserer Kirche ein kleines gefaltetes Bildchen mit der Überschrift „Zeit für einen Rückblick?!“ Gerade passend für die Fastenzeit dachte ich mir und betrachtete das Bild einen Moment lang, las den Text und die Fragen auf der Innenseite, die mein Innerstes berührten, …

Liebe zu Gott, Liebe zu anderen Menschen und Liebe zu mir selbst.

und da wusste ich, jetzt ist die Zeit für einen Rückblick, es betrifft jeden von uns, und es betrifft auch mich!  Wie wertvoll es ist, diesen Rückblick zu wagen und die Versöhnung mit Gott zu suchen, zeigt uns folgende Begebenheit:

Der hl. Antonius war ein großer Prediger. Während er einmal von Jesus und von der Liebe Gottes sprach, kam ein Mensch vorbei, der ein großer Sünder war und nichts davon hören wollte. Aber der heilige Antonius hat so berührend gesprochen, dass dieser Mensch trotzdem stehen geblieben ist und kurz zugehört hat. Nach einer Weile begann er zu weinen. Der heilige Antonius ging zu ihm hin, der Mensch aber weinte und weinte wegen seiner schweren Sünden. Da sagte der heilige Antonius zu ihm: „Geh jetzt nach Hause und schreib' deine Sünden auf." Der Mensch machte sich auf den Weg und schrieb auf einer Liste alle seine großen Sünden auf, die ihm einfielen.

Am nächsten Tag kam er zum heiligen Antonius zur Beichte und hielt ihm seine etwas längere Liste hin. Der hl. Antonius nahm das Stück Papier, las es und sprach mit dem Mann eine Weile darüber; anschließend versicherte er ihn der Vergebung Gottes, sprach ihn los von seinen Sünden und gab ihm seine Liste, auf der alle seine Sünden aufgeschrieben waren, zurück.

Als dieser Mann nach Hause kam, fühlte er sich wie neu geboren und überglücklich und eine tiefe Freude erfüllte ihn. Als er an die lange Liste mit all seinen Sünden dachte und sie gleich zerreißen wollte, zog er den Zettel aus der Tasche und wollte noch einen kurzen Blick darauf werfen. Aber zu seinem großen Erstaunen war dieser Zettel völlig leer.

Ja, Gott verzeiht immer, wenn wir ihn darum bitten; wennwir ihm also von ganzem Herzen sagen, dass es uns leidtut. Gott löscht die Sünden aus und vergisst sie - sie existieren nicht mehr!

Ich wünsche uns allen den Mut und die Kraft für den persönlichen Rückblick und den Neuanfang.

Herzliche Grüße

Caroline S.